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19.02.2019 Private Banking der Sparkasse Göttingen baut Spitzenplatz in Niedersachsen aus

Die Sparkasse Göttingen ist Ende Januar im Berliner Axel-Springer-Haus erneut als beste Bank Niedersachsens im Bereich Private Banking ausgezeichnet worden.

Damit hat das Team um Leiter Matthias Leonhardt diesen Spitzenplatz bereits zum zweiten Mal in Folge eingefahren. Denn auch 2017 wurde die Sparkasse Göttingen vom Deutschen Institut für Bankentests in diesem Bereich als beste Bank Niedersachsens geehrt. Am Bankenplatz Göttingen konnte die Sparkasse sogar den dritten Testsieg in Serie verzeichnen.

Mehr als nur Vermögensberatung

Das Private Banking der Sparkasse Göttingen verbindet kompetente Vermögensberatung mit nachhaltigen Werten und persönlicher Nähe. Als eine der ersten Sparkassen in Deutschland hat die Sparkasse Göttingen die umfassende und individuelle Betreuung vermögender Privatkunden ins Leben gerufen – und ist seitdem beständig gewachsen.

„Neben dem großen Vertrauen unserer Kunden, zeigt auch unser regelmäßig gutes Abschneiden bei diesen verdeckt durchgeführten Branchentests deutlich, dass wir unser hohes Qualitätsniveau langfristig halten und immer wieder aufs Neue bestätigen – das ist schließlich auch unser Anspruch“, so Matthias Leonhardt, Leiter des Private Bankings der Sparkasse Göttingen bei der Verleihung in Berlin.

Der Qualitätstest beim Private Banking

Mit der Gesamtnote von 1,15 bescheinigten die unabhängigen Tester des Deutschen Instituts für Bankentests in Kooperation mit dem Lizenzpartner DIE WELT der Sparkasse mit dem diesjährigen Testergebnis eine außerordentlich hohe Qualität und Kompetenz.

Rainer Hald, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Göttingen, freut sich über das Qualitätssiegel der renommierten Zeitung DIE WELT: „Das Team des Private Bankings hat sich diese Ehrung verdient. Denn unsere Beraterinnen und Berater interessieren sich eben nicht nur für die Finanzen der Kunden, sondern auch für die Menschen, für ihre Wünsche und Lebenspläne. Wir bieten mit unserer langjährig bewährten Beratungsphilosophie exklusive Lösungswege für vermögende Kunden, Unternehmer und Stiftungen in Göttingen und ganz Deutschland.“

Ausgangspunkt des Tests ist das „Mystery Shopping“. Eine Testmethode, bei der der Prüfer einen Beratungstermin vereinbart. In der realen Beratungssituation, erhält der Berater eine Vielzahl von Informationen zu den persönlichen und finanziellen Gegebenheiten des Kunden, die es im Beratungsgespräch zu beachten gilt. Dadurch ist es möglich gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung zu erarbeiten, die an den individuellen Bedürfnissen ausgelegt ist.

Zur Beurteilung der Qualität des Private Bankings dienen Kriterien wie Termin-vereinbarung, Atmosphäre am Standort, Beratungsleistung oder Anlagepräsentation. Dies sind die Kriterien, die vermögende Kunden, laut Umfragen, für die Wahl einer Bankverbindung für entscheidend und wichtig halten.

29.11.2018 - Italien: Streit um zu hohe Staatsschulden - Kommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Regelverstoß mit Ansage
Dass Mitgliedsländer gegen die Schuldenregeln des europäischen Stabilitätspakts verstoßen, ist nichts Neues. Dass dies aber mit Ansage geschieht, stellt eine neue Qualität der Missachtung des europäischen Regelwerks dar. Der im September eingereichte Budgetentwurf der italienischen Regierung sieht statt der vereinbarten Rückführung des strukturellen Defizits dessen Ausweitung vor und verstößt damit massiv gegen die Vereinbarungen. Tapfer hofft die Regierung in Rom auf die Selbstfinanzierungseffekte ihrer Spendierpolitik, die von Grundeinkommen über Steuersenkungen bis hin zu einem niedrigeren Renteneintrittsalter reicht. Ihren Berechnungen nach würde die Schuldenstandsquote (Schulden in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt) dann sogar sinken. Diese Hoffnungen dürften aber nach Ansicht der EU-Kommission und der meisten Ökonomen enttäuscht werden. Sie alle gehen von einem deutlich geringeren Wachstum der italienischen Volkswirtschaft aus. Somit kommt der Druck gleich von zwei Seiten: Wenn die Schulden steigen und das Bruttoinlandsprodukt schwächer wächst, wird sich der in der Budgetplanung erhoffte Rückgang der Schuldenstandsquote nicht einstellen.

EU-Kommission hält dagegen
Entsprechend harsch fiel die Reaktion der EU-Kommission auf den vorgelegten italienischen Haushaltsplan aus. Schon nach kurzer Prüfung wurde der Haushaltsentwurf zur Überarbeitung nach Rom zurückgeschickt. Geändert hat die italienische Regierung allerdings nichts – fast nichts: An den Defizitzielen machte sie keine Abstriche, sie beschloss aber einige Sicherheitsmaßnahmen, um eine noch größere Zielverfehlung zu vermeiden. Das konnte die EU-Kommission nicht zufrieden stellen, weshalb sie die Aufnahme einer Exzessiven Defizit-Prozedur (EDP) empfahl.

Bis Januar muss der Europäische Rat im Rahmen der EDP ein übermäßiges Defizit feststellen und Empfehlungen zu dessen Beseitigung aussprechen. Diese müssen innerhalb von drei bis sechs Monaten umgesetzt werden. Aufgrund der im Mai anstehenden EU-Parlamentswahlen rechnen wir mit einer etwas längeren Frist. Sollten bis dahin jedoch keine hinreichenden Maßnahmen ergriffen worden sein, wird Italien in Verzug gesetzt mit einer letzten Frist, die im Augst 2019 ablaufen dürfte. Danach könnte zunächst von Italien eine unverzinsliche Zwangseinlage von 0,2 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhoben werden, die aber bei weiterem Fehlverhalten in eine Strafe umgewandelt werden würde. Diese Geldbuße kann maximal 0,5 % des BIP (rund 8 ½ Mrd. Euro) betragen.

Wie weit wird der Konflikt getrieben?
Derzeit kommen zwar wieder einmal vorsichtige Töne der Entspannung aus Rom, die eine geringe Reduktion des angepeilten Budgetdefizits in Aussicht stellen. Es darf aber bezweifelt werden, dass die italienische Regierung der EU-Kommission so weit entgegenkommen wird, dass das Defizitverfahren eingestellt werden wird. Letztlich hat die aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega bestehende Regierung sogar ein großes Interesse daran, den Konflikt mit Brüssel zumindest bis zu den EU-Parlamentswahlen am Köcheln zu halten, denn er könnte euroskeptische Wählerstimmen in Italien wie auch in anderen EU-Ländern mobilisieren.

Perspektiven
Wenn es nicht gelingt, den Haushaltsstreit mit politischen Mitteln beizulegen, richten sich die Hoffnungen auf die Märkte. Steigende Risikoprämien und Käuferstreiks bei italienischen Anleihen könnten die Regierung schneller zum Einlenken bewegen als jegliche Mahnungen aus aus Brüssel. Allerdings ist das ein Spiel mit dem Feuer. Die Finanzpolitik der neuen italienischen Regierung hat also durchaus das Potenzial, eine Eurokrise 2.0 auszulösen. Dies ist allerdings nicht unser Hauptszenario. Wir gehen vielmehr davon aus, dass die italienische Regierung aufgrund des Drucks von Seiten der Märkte gewisse Zugeständnisse machen wird. Auch wenn es dann zu keiner weiteren Eskalation kommen wird, bedeutet dies bis auf Weiteres schwieriges Fahrwasser an den Märkten, insbesondere in Italien.

2. Stifter Talk am 26.10.2018

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung in 2017 fand der Stifter Talk im Oktober dieses Jahres im Michaelishaus seine Fortsetzung. Der Stifter Talk ist eine Veranstaltungsreihe für die in unserem Hause betreuten Stiftungen, aber auch für weitere interessierte Kunden.

Als Referenten konnten dieses Jahr Frau Tina Schirmer, Stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle der Braunschweigischen Stiftung, sowie Herr Oliver Damme, Produktspezialist im Private Banking bei der Nord/LB, als Referenten gewonnen werden.

Nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer wurden in einer offenen Gesprächsrunde über die Themen Digitalisierung, Kostenstrukturen, Formalien, Backoffice und der interne Stiftungsalltag diskutiert.

Bei der Premiere im vorigen Jahr referierte Frau Elke Kurlbaum-Stanzel , Direktorin Stiftungsmanagement der Frankfurter Bankgesellschaft - der Privatbank der Sparkassen-Finanzgruppe und Tochterunternehmen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), über die Themenbereiche Anlagenotstand- Stiftungen in der Niedrigzinsfalle, Professionalisierung im Stiftungswesen, Möglichkeiten der Vermögensanlage / Trends für Stiftungen, sowie anstehende Änderungen im Stiftungsrecht.

09.05.2018 - Ölpreis – Wohlfühlzone verlassen - Kommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Der Rohölpreis verlässt die konjunkturelle Wohlfühlzone. Vor dem Hintergrund der guten Weltkonjunktur steigt die Nachfrage zwar nicht stärker als erwartet, aber eben kontinuierlich an. Die Annahme, dass geopolitische Entspannung und ein flexibles US-Angebot den Rohölpreis in Schach halten, geht nicht auf. Von einem Ölpreisschock zu sprechen, ist jedoch verfrüht. Mit allmählichen Preiserhöhungen kann die Wirtschaft deutlich besser umgehen als mit sprunghaften Anstiegen. Sollte jedoch in den kommenden Wochen die Preise Richtung 90 gehen, wären die ersten Abwärtsrevisionen beim weltweiten Wachstum fällig. Das wäre in unseren Augen ein geopolitisches Risikoszenario insbesondere aus der Entwicklung des iranischen Ölangebots heraus.

Da Rohöl ein breit verwendeter Rohstoff ist, sind die Wirkungen von Preiserhöhungen natürlich ebenfalls breit. Ein wichtiger Mechanismus ist eine Einschränkung der Konsummöglichkeiten wegen hoher Preise für Energie, insbesondere Benzin. Das träfe gerade die deutsche Wirtschaft zu eine ungünstigen Zeit, denn bereits ohne höhere Ölpreise läuft der Konsum in Deutschland zurzeit ungewöhnlich flach. Für konjunkturelle Bremswirkungen muss der Preisanstieg allerdings auch nachhaltig sein, also etwa mindestens ein halbes Jahr anhalten. Eine feste Relation zwischen Ölpreisanstieg und BIP-Revision gibt es nicht, denn man hat festgestellt, dass es einen Unterschied macht, ob ein Preisanstieg von einem niedrigen Niveau ausgeht oder schon von einem bereits erhöhten Stand. Gegenwärtig kommen wir ja noch von moderaten Preisen. So belaufen sich bei den gegenwärtigen Preisniveaus in Modellrechnungen die Effekte für die US-Wirtschaft auf ein Viertel bis einen halben Prozentpunkt Wachstumseinbuße auf Jahressicht, sollte sich der Ölpreis nochmals dauerhaft um zehn Prozent verteuern.

Die klassischen Gewinner sind natürlich die Rohölfirmen sowie deren Zulieferer, die in den vergangenen Jahren ja eher eine schwere Zeit hatten. Darüber hinaus ist das Bild sehr heterogen: Luftfahrtgesellschaften leiden, haben allerdings meistens eine längere Zeit ihre Treibstoffpreise noch auf niedrigeren Niveaus abgesichert. Viele Konzerne haben sowohl positive wie negative Einflüsse durch steigende Rohölpreise, wie etwa breit diversifizierte Chemieunternehmen. Und nicht zuletzt muss daran erinnert werden, dass die Effekte für die deutschen Unternehmen auch durch den Wechselkurs beeinflusst werden – und zwar deutlicher als durch die Rohölpreise. Im ersten Quartal ist die Ölrechnung durch einen starken Euro entlastet worden, die Unternehmensergebnisse haben dennoch deutlich gelitten – im zweiten Quartal könnte es umgekehrt ausschauen.

11.12.2017 - Das Private Banking der Sparkasse Göttingen unterstützt den Oldtimer-Gedanken

Im Rahmen der ersten großen Ausfahrt besuchte am 14.10.2017 der Oldtimer-Club „Göttinger Regionaltreff 37 für die Baureihe W107“ das Private Banking der Sparkasse Göttingen im Michaelishaus.

Die Verbindung zum Private Banking der Sparkasse Göttingen entstand durch das Engagement des langjährigen Beraters Ralph Fiedler, der als Gründungsmitglied und Vorstand des Automobil-Clubs ehrenamtlich tätig ist.

Die Planung der Route mit dem Ziel der Grundmann-Sammlung in Hessisch-Oldendorf sah vor, dass der Start in Göttingen sein würde. Somit trafen sich die Teilnehmer am Morgen auf dem Parkplatz des Michaelishauses, anschließend lud die Sparkasse Göttingen zu einem gemeinsamen Frühstück in die Räumlichkeiten ein.

Bitte dann verlinken auf die Seite des Mercedes-Benz-Clubs, dort ist ein Text über die Ausfahrt zu finden, sowie einige Bilder.

Bilderpool Grundmann-Sammlung     Bilderpool Ausfahrt

18.10.2017 - Weiblich, persönlich und erfolgreich

Sie ist ein Erfolgsmodell der Sparkasse: die Beratung speziell für Unternehmerinnen, weibliche Führungskräfte und Ehepartnerinnen, die das Vermögen ihrer Familie managen. Im Rahmen des Private Banking entwickelt sich diese Betreuungsphilosophie äußerst positiv. „Als ich vor zehn Jahren diese Idee aufgriff, ging es um die Vermittlung reiner Bankdienstleistungen. Doch mittlerweile hat sich das Lady Banking zu einem lebendigen Netzwerk entwickelt, das andere anzieht“, sagt Daniela Henkelmann vom Private-Banking-Team.

Eine persönliche Ansprache und ein vertraulicher Umgang sind beim Private Banking selbstverständlich. Dass Frauen diese Beratung schätzen, liege an ihrer besonderen Herangehensweise, berichtet Matthias Leonhardt, Leiter des Private Banking. „Sie hinterfragen mehr, wägen genauer ab und haben das Übermorgen im Blick. Ist ihre Entscheidung für eine Anlagestrategie gefallen, lassen sie sich von Marktschwankungen nicht beeinflussen und sind somit langfristig erfolgreicher.“

„Doch braucht es den weiblichen Funken Emotionalität und Empathie“, sagt Daniela Henkelmann. In einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der sich auch über andere Dinge reden lässt, ist es leichter, Ideen und Pläne zu entwickeln, die in die Beratung einfließen können: „Wir begleiten die Frauen und sind nah an ihrem Leben. Daher ist mir der wertschätzende Umgang eine Herzensangelegenheit.“ Jede individuelle Fragestellung wird persönlich besprochen und professionell gelöst.

Das Portfolio, welches Absicherung, Vorsorge, Vermögensoptimierung, Immobilien und Generationenmanagement umfasst, wird durch Events ergänzt, die der Kultur eine Plattform bieten: von ,Kunst als Wertanlage‘ bis zu ,Auf den Spuren bedeutender Göttinger‘ in der Torhaus-Galerie zum zehnjährigen Jubiläum. Im exklusiven Rahmen finden sich gemeinsame Interessen, die zu beruflichen wie privaten Netzwerken führen.

Selbst große Banken, die Lady Banking anbieten möchten, fragen im Private Banking um Rat. Dass die Sparkasse Göttingen mit diesem Angebot dennoch deutschlandweit einzigartig sei, liege nicht am fehlenden Knowhow der Mitbewerber, so Henkelmann, „sondern an unserer Begeisterung, mit der wir Lady Banking leben.“

Text: Claudia Klaft / faktor – die Entscheider-Medien für die Region

25.09.2017 - Kommentar zur Bundestagswahl von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Dr. Ulrich KaterDiese Wahl ist als Bettvorleger gestartet und als Tiger gelandet: Denn nun ist klar, auch in Deutschland wandelt sich die politische Landschaft schneller als im Wahlkampf erwartet. Die neuen Herausforderungen, von den sozialen Fragen bis hin zur Einwanderung, polarisieren auch hierzulande. Regieren in Deutschland wird dadurch nicht einfacher.

Das Wahlergebnis hat die Erwartungen an den Finanzmärkten nicht bestätigt und Unsicherheit ist keine gute Umgebung für die Aktienmärkte.  Das Gespenst der Unregierbarkeit wird verunsichern und an den Finanzmärkten kann zunächst auch das Szenario von Neuwahlen eine Rolle spielen. Allerdings ist die Jamaica-Konstellation das wahrscheinlichere Ergebnis. Den Chancen von neuen Politikoptionen in Wirtschafts- und Sozialpolitik stehen die Risiken einer gegenseitigen Blockade gegenüber. Deutschland fährt politische in unbekannte Gewässer. Eine zügige Entscheidung über eine Regierungskoalition ist nun entscheidend.

Das europäische Super-Wahljahr 2017 neigt sich mit der Bundestagswahl langsam dem Ende zu. Obwohl die politische Stabilität in Europa bewahrt bleibt, zeigen sich mit den sozialen Herausforderungen der Digitalisierung und den gesellschaftlichen Problemen der Migration zwei neue Megathemen, die die politische Landschaft in den kommenden Jahren weiter umwälzen können.

08.05.2017 - Kommentar zur französischen Präsidentschaftswahl

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Politische Risiken sind mit Macron für die Märkte in 2017 überschaubar geworden

Dr. Ulrich KaterDer europafreundliche Emmanuel Macron hat die französische Präsidentschaftswahl für sich entschieden. Sofern sich der Wahlkalender in Europa nicht nochmals ändert, sind damit die politischen Risiken für die Märkte in diesem Jahr überschaubar geworden. An den Finanzmärkten wird es noch eine kurze Phase der Erleichterung mit weiterhin starken Aktienmärkten und einem starken Euro geben. Danach werden die politischen Themen zügig von den wirtschaftlichen Einflussgrößen, insbesondere der weiteren Zinsentwicklung, verdrängt werden.

Herausforderungen für französische und europäische Politik bleiben immens
Um den Staatshaushalt zu konsolidieren, plant Macron bis 2022 60 Mrd. Euro einzusparen. Gleichzeitig möchte er ein Konjunkturprogramm im Umfang von 50 Mrd. Euro durchsetzen. Zur Förderung der europäischen Integration fordert er für die Europäische Währungsunion u. a. ein eigenes Budget. Macron steht damit in der Tradition seines Vorgängers, wird allerdings besonders versuchen, auf die Bedürfnisse und Sorger der immer zahlreicheren Protestwähler einzugehen. Mit Blick auf die Parlamentswahlen im Sommer gilt es nun zu beweisen, dass er mit seiner parteiübergreifenden Bewegung „En Marche!“ eine handlungsfähige Regierung zusammenstellen kann.

Fazit: Die Politik verschafft den Finanzmärkten eine Atempause, bleibt jedoch mittelfristig ein Störfaktor.

24.04.2017 - Kommentar zur Parlamentswahl in Frankreich

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Macron und Le Pen erreichen die Stichwahl
Keine großen Überraschungen bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April

Wie die Umfragen im Vorfeld angedeutet hatten, erhielt der parteilose Kandidat Emmanuel Macron von der politischen Bewegung „En Marche!“ mit 23,9 Prozent die meisten Stimmen. Auf Platz zwei kam die rechtspopulistische Marine Le Pen vom „Front National“ mit 21,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit haben die Franzosen im zweiten Durchgang am 7. Mai die Wahl zwischen einem EU-Befürworter und einer EU-Gegnerin.

Emmanuel Macron steht für einen europafreundlichen Reformkurs
Um den Staatshaushalt zu konsolidieren, plant er, 60 Mrd. Euro bis 2022 einzusparen. Hierzu ist unter anderem die Streichung von 120.000 Stellen im öffentlichen Dienst vorgesehen. Gleichzeitig möchte er ein Konjunkturprogramm im Umfang von 50 Mrd. Euro durchsetzen. Dies soll der Modernisierung der Verwaltung dienen, den ökologischen Umbau des Landes fördern und die Berufsausbildung, die Landwirtschaft und den öffentlichen Transport unterstützen. Zur Förderung der europäischen Integration fordert er für die Europäische Währungsunion ein eigenes Budget, ein Parlament und einen Finanzminister.

Die Partei von Marine Le Pen ist EU-kritisch und lehnt den Euro ab
Wenn die EU-Partner nicht auf die Forderungen Frankreichs eingehen sollten, wäre ein EU-Austritt für sie notwendig. Dabei geht es ihr um die Verhandlung von vier „Souveränitätsrechten“ in den Bereichen Geldpolitik, Haushalts- und Wirtschaftspolitik sowie der nationalen Grenzen. In der Geldpolitik ist Le Pens Ziel die Rückkehr zum französischen Franc. Im Bereich Grenzen will sie die Aufkündigung des Schengen-Abkommens erreichen. In der Haushalts- und Wirtschaftspolitik ist u. a. ihr Wunsch, dass die Maastricht-Kriterien nicht auf Frankreich angewendet werden sollen. Die EU-Partner dürften auf diese sehr harten Forderungen nicht eingehen, sodass es letztendlich auf einen EU-Austritt („Frexit“) hinausläuft.

Märkte reagieren erleichtert auf den Ausgang der ersten Wahlrunde
Die Umfragen deuten im Moment darauf hin, dass Macron deutlich größere Chancen auf die französische Präsidentschaft hat als seine Gegnerin. Denn Le Pen fehlen die Bündnispartner, um eine Mehrheit in der Stichwahl am 7. Mai erlangen zu können. Die Finanzmärkte reagierten auf die Entscheidung im ersten Wahlgang erleichtert. Der deutsche Aktienindex eröffnete am Montagmorgen rund zwei Prozent im Plus und der Euro hat gegenüber dem US-Dollar und dem Schweizer Franken zulegen können.

Wahrscheinlich erhöhte Nervosität bis zum zweiten Wahlgang am 7. Mai
Dies hängt davon ab, wie sich die Meinungsbildung der Franzosen in den kommenden Wochen gestaltet. Sollte es zu einem Überraschungssieg von Le Pen in der Stichwahl kommen, würde dies zunächst die Finanzmärkte und die Politik in Europa erschüttern. Aber es ist davon auszugehen, dass eine Präsidentschaft von Le Pen eher von politischem Stillstand als von tiefgreifenden Strukturreformen und dem EU-Austritt Frankreichs gekennzeichnet wäre. Denn bei den im Juni stattfindenden Parlamentswahlen ist keine mehrheitsfähige Regierung unter der Führung des Front National zu erwarten.

Mit dem „weichen“ Reformer Macron wäre im Großen und Ganzen die Weiterführung der bisherigen Politik von Präsident Hollande zu erwarten. Sollte er der nächste Präsident werden, muss er mit seiner parteiübergreifenden Bewegung „En Marche!“ noch beweisen, dass er mit Blick auf die Parlamentswahlen eine handlungsfähige Regierung zusammenstellen kann. Es besteht bei Macron aber die Gefahr, dass von den Reformvorhaben wenig übrig bleibt und im Wesentlichen nur diejenigen Teile seines Wahlprogramms verwirklicht werden, die zu Mehrausgaben des Staates führen. Insofern dürften die positiven Impulse eines neuen Präsidenten Macron mit Blick auf den französischen Staatshaushalt wie auch auf die Wachstumskräfte unseres Nachbarlandes begrenzt bleiben.

16.03.2017 - Kommentar zur Parlamentswahl in den Niederlanden

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

Dr. Ulrich KaterMinisterpräsident Rutte hat mit seiner rechtsliberalen Partei Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) die Parlamentswahl gewonnen. Damit sind niederländische Austrittsszenarien erst einmal vom Tisch. Denn die EU-feindliche, rechtspopulistische Partij voor de Vrijheid (PVV) ist nur als zweitstärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. Im Gegensatz zur Brexit-Abstimmung und zu den US-Präsidentschaftswahlen haben uns die Wahlumfragen nicht in die Irre geführt.

Die bisherige Regierungskoalition mit der sozialdemokratischen Partij van de Arbeid (PvdA) wird allerdings nicht fortgeführt werden können. Es drohen nun mühsame Koalitionsverhandlungen. Die niederländische Politik hat jedoch gezeigt, dass sie mit dieser Zersplitterung gut umgehen kann. Denn das neue niederländische Parlament wird wie erwartet aus einer Vielzahl von Parteien bestehen. Möglich scheint nach aktuellem Stand eine Regierungskoalition aus vier Parteien.

Dies ist ein Signal der Stabilität auch für den Euro. An den Finanzmärkten wird das Wahlergebnis insbesondere als Signal Richtung der französischen Wahlen interpretiert. Eine vollständige Entwarnung ist es allerdings noch nicht.